Die Flora Australiens
Einzigartige Vegetation
Vierzig Millionen Jahre Isolation haben in Australien eine einzigartige Flora hinterlassen. Australien ist nach der Antarktis, bezogen auf seine Fläche, der waldärmste Kontinent. Die "Flora australis" umfasst ca. 20.000 verschiedene Pflanzenarten. Mehr als 80 % von ihnen sind endemisch, d.h. sie kommen nur in Australien vor. Die Regenwälder an der Ostküste gehören mit allein ca. 18.000 unterschiedlichen Arten zu den ältesten Ökosystemen der Erde.
Einige der hier lebenden Bäume sind über 2.500 Jahre alt und stammen direkt von den Gondwanalandarten ab. 1994 entdeckte David Noble die Wollemi-Kiefer. Sie gehört einer Gattung an, die angeblich schon vor 200 bis 65 Millionen Jahren ausgestorben ist. Der Wollemi Park liegt nur 150 Kilometer westlich von Sydney und ist ein ca. 1000 m hohes, dicht bewaldetes von Canyons und zähligen Felsspalten durchzogenes Sandsteinplateau. Das unwegige Gelände war für die Wollemi Kiefer lebensrettend. In einem nicht einmal einen Hektar großen Canyon konnte sich der Baum aus dem Jura und der Kreidezeit bis in die Gegenwart retten. Die Kolonie umfasst ca. 100 dieser einzigartigen Bäume.
Bei der Ankunft der ersten europäischen Siedler im Jahr 1788 war schätzungsweise ein Viertel des Landes von Wäldern, Savannenwäldern und Buschbeständen bedeckt. In den folgenden 200 Jahren musste ein großer Teil der einheimischen Flora der Besiedlung und der Landwirtschaft weichen. Das Abholzen verschärfte nicht nur die Problematik der Erosion sondern auch das Verschwinden von bekannten einheimischen Pflanzenarten und mehr als weitere 800 bekannte Arten sind vom Aussterben bedroht. Dies wirkt sich natürlich auf den Lebensraum der Tiere aus und auch deren Artenvielfalt ist gefährdet. Zusätzlich zu der einheimischen Flora gibt es auch ungefähr 2000 nachträglich eingeführte Pflanzenarten.
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Unterschiedliche Klimazonen
Die tropische Zone verläuft entlang der nördlichen Begrenzung des Kontinents bis etwa zur Hälfte der Ostküste. Die gemäßigte Zone erstreckt sich über die südöstliche Küstenebene und Tasmanien und zieht sich an der Ostküste in nördlicher Richtung bis zur tropischen Zone, an die sie anschließt. Die Trockenzone bedeckt den gesamten mittleren, ariden Bereich und den Westen des Kontinents.
Tropische Zone
Im vom Monsun beeinflussten tropischen Norden wachsen ausgedehnte, teils dichte, teils offene Regenwälder mit Lianen und Farnen und vielen verschiedenen Orchideenarten. In den nördlichen Küstengebieten wachsen verschiedene Mangrovenarten bis ins Meer. An der Nordostküste Queenslands gedeihen in grosser Fülle ebenso Eichen, Eschen, Flaschenbäume und Birken. Die purpurfarbene Telopea, die rotgoldene Banksia und rote Firewheel-Bäume unterbrechen das Grün.
Der Regenwald ist jedoch nicht nur auf die Tropen beschränkt. Im kühlgemäßigten Klima Tasmaniens wachsen die südlichsten Regenwälder der Welt.
Je weiter man ins Landesinnere kommt, umso trockener wird es. Es dominiert die Savannenlandschaft mit niedrigwüchsigen Bäumen, die meistens zu den Hartlaubgewächsen gehören und für die einheimische Flora typisch sind. Zahlreiche Arten, die in der tropischen Zone gedeihen, sind auch im Malaiischen Archipel zu finden. Dazu kommen zahlreiche, wirtschaftlich nutzbare Weichholzarten.
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Gemäßigte Zone
Die gemäßigte Zone ist von Busch- und Waldlandschaften aus Hartlaubgehölzen, sowie Savannenwäldern geprägt.
Außer den Mallee und mehrere Scrubarten, kommen strauchförmige Sandheide und Regenwaldgebiete für gemäßigtes Klima mit typischem Pflanzenbewuchs vor.
Mallee findet man vor allem im Winterregengebiet im Süden Australiens und ist der einzige Hartholzwald, der mit nur 250 mm Regen pro Jahr auskommt und somit hervorragend an die semiariden Zonen angepasst ist. Manchmal regnet es aber für viele Jahre überhaupt nicht. Hauptmerkmal der Mallee-Eukalypten ist der vielstämmige Wuchs.
Jeder einzelne der vielen Stämme wächst über oder unter der Erde aus einer Verdickung heraus, dem so genannten Lignotuber. Diese Verdickung schützt die Keimlinge, die erst dann austreiben, wenn nach einem Buschbrand einer oder mehrere Stämme abgestorben sind. Dann dient sie auch als Nahrung für die neu austreibenden Stämme. Mallee wächst extrem langsam, nur 3 cm im Jahr. Das Holz ist so schwer, dass es in Wasser sinkt, selbst wenn es ganz trocken ist. Leider fielen wertvolle alte Mallee-Bäume großen Buschfeuern zum Opfer. Es dauert 400 Jahre, bis ein Mallee-Baum wieder die Höhe erreicht, dass ein kleiner Numbat darin leben kann. Leider findet man heute nur noch selten 400 Jahre alte Exemplare. Alpine Vegetation findet man in den Australischen Alpen im Süden und den Berglandschaften Tasmaniens. Entlang der Ostküste und auch in Tasmanien wachsen Kiefern und Koniferen. Die Kiefern, wurden großteils nach Australien eingeführt und besonders die Huonkiefer und King William Kiefer sind wegen des Nutzholzes von Bedeutung. Die Huonkiefern gehören bereits zu den selten gewordenen Arten und werden weiträumig von der Abholzung ausgeschlossen. Nach den Eukalypten stehen Kiefern hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Bedeutung an zweiter Stelle. In den Bewaldungsflächen der warmen und gut bewässerten südöstlichen und südwestlichen Bereiche überwiegen Eukalyptusbäume. Es gibt über 500 Arten - manche erreichen eine Höhe von über 90 Metern. Die Südwestküste ist besonders artenreich. Unter Bergeschen, blauen Eukalyptusbäumen und langblättrigen Eukalyptusbäumen gedeihen Akazien und Baumfarne. Tasmanien ist für seine Buchenwälder im Süden und die floristische Verwandtschaft mit Neuseeland bekannt.
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Trockenzone
In der Trockenzone herrschen semiaride Strauchsavannen, Buschsteppen, halbaride Grasflächen und solche mit Hartlaubgewächsen vor. Akazien, die den Anforderungen dieses ariden Klimas bestens angepasst sind, überwiegen in diesem Teil des Landes. Jedoch auch zwei Eukalyptusarten, der Jarra- und der Karrieukalyptus, die vor allem wegen ihres harten und beständigen Holzes geschätzt werden, sind typisch für den Pflanzenbewuchs in Western Australia, ebenso wie einige Rutensträucherarten. In den weniger dicht bewachsenen Regionen des Landesinneren gedeihen an den Hängen rote und grüne Kängurupfoten, Boronien, Wachsblumen (Kranzwinden), Flaschenbäume, Lampenputzerbäume und kleinere Eukalyptusarten sowie Eisenrindenbäume. In Australien sind über 500 Akazienarten heimisch. Die Blüte der gelb blühenden australischen Akazie (Wattle), die zur Nationalblume ernannt wurde, erscheint auch auf dem offiziellen Landeswappen. Die Vegetation des Landesinneren wird von Hartlaubbüsche, Mallee-Scrubs sowie Mulgasträucher und harzhaltige Büschelgräser wie das Spinifex beherrscht und dienen Schafen als Weidepflanzen.
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Blütenpracht
Für diejenigen, die ‚Flora’ vor allem mit Blumen in Verbindung bringen ist Western Australia und Teile von South Australia ein Paradies. Im australischen Frühling zwischen August und November blühen hier über 11.000 Blumenarten in allen erdenklichen Farben. 75% der Blumen wachsen ausschließlich in Westaustralien. Die Blütezeiten sind zum Teil sehr unterschiedlich und hängen von den jeweiligen Standorten ab. Der Beginn ist im Norden bereits im Juli, der Höhepunkt an der Südküste und um die Stirling Ranges ist dann im späten Oktober und im November. Auf unserer letzten Reise hatten wir großes Glück. Drei Wochen vor unserem Besuch regnete es in der Wüste und das Wort „Wüste“ war fehl am Platz. „Blumengarten“ wäre wohl besser und wir konnten uns an der Blütenpracht nicht satt sehen.
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