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Australien gehörte einst zum Urkontinent Gondwana und ist eine der ältesten Landmassen der Welt. Vor ca. 15 Millionen Jahren brach dieser Urkontinent auseinander und Australien befindet sich in seiner heutigen Lage. Seit über 100 Millionen Jahren entstanden keine Berge mehr durch Landverschiebungen.
Die Traumzeit der Aborigenies
Vor ca. 60.000 Jahren wanderten die Australiens Ureinwohner aus Indonesien ein. Die Landmasse Australiens und der indonesischen Inseln hatte zu dieser Zeit durch einen niedrigeren Meeresspiegel eine größere Ausdehnung. An der schmalsten Stelle hatte die Meeresenge eine Breite von 90 km. Der ansteigende Meeresspiegel trennte Australien später wieder weiter von den asiatischen Inseln.
Das älteste Skelett wurde am Lake Mungo (New South Wales) gefunden und man geht davon aus, dass es sich dabei um die älteste DNS eines Menschen handelt - ca. 60.000 Jahre alt. Spuren von aufgetragenen Ockerfarben weisen auf Zeremonien hin. Der tatsächliche Siedlungsbeginn ist allerdings nicht vollkommen geklärt. Die meisten wissenschaftlichen Ansätze gehen von einem Siedlungsbeginn vor 40.000 bis 60.000 Jahren aus. Einzelne Studien sprechen sogar von 120.000 Jahren. Sicher nachweisbar ist eine vollständige Besiedlung des Kontinentes seit 32.000 Jahren.
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Die Entdeckung Australiens
1606 segelte der Portugiese Louis Vaez de Torres zwischen Cape York und Neuguinea durch die Torres-Strasse. Der Holländer William Jansz landete an der Westküste von Cape York und betrat als erster Europäer Australien.
1642 entdeckte der Holländer Abel Tasman Tasmanien.
1643 segelte er entlang der Nord- und Nordwestküste Australiens. Die Holländer Dirk Hartog, van Diemen und Abel Tasman kartographisierten zwar einen Großteil des Küstenstreifens, zeigten jedoch wenig Interesse an einer Besiedelung des - aus Ihrer Sicht - feindseligen und kargen Landes.
1770 ankerte der Brite James Cook mit der "Endeavour" auf dem Rückweg aus dem Südpazifik in der Botany Bay, südlich des späteren Sydney. Im August nahm er den östlichen Teil Australiens für die englische Krone in Besitz. An Bord der Endeavour befanden sich mehrere Wissenschaftler und der Botaniker Baks, der auf dem Festland erstaunliche Pflanzen- und Tierarten entdeckte, die zuvor noch niemand gesehen hatte.
Die Ostküste wurde von den Engländern als fruchtbar und geeignet zur Besiedlung beurteilt, und das Land erhielt den Namen "New South Wales". Während eines Aufenthaltes in Queensland, wo sein Schiff repariert wurde, kam Cook mit den Aborigines in Kontakt und war beeindruckt von dem offensichtlich glücklichen Leben, das diese führten.
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Europäische Besiedlung
1788 entstand eine erste dauerhafte Ansiedlung von Europäern durch Ansiedlung von Sträflingen aus England rund um das heutige Sydney.
1793 kamen die ersten freien Siedler nach Australien
1797 führte John McArthur das Merino-Schaf ein und zehn Jahre später ging die erste Schiffsladung mit Wolle nach England.
1801 bis 1803 umsegelte Matthew Flinders den Kontinent und kartographisierte ihn. George Bass, Namensgeber der stürmischen Bass Strait, war mit Flinders lediglich auf der Segeltour rund um Tasmanien unterwegs.
1803 wurde in Hobart / Tasmanien die ersten Siedlungen gegründet.
1813 wurden die Blue Mountains überquert und die Besiedlung im Westen begann. Entdecker der Passage waren Blaxland, Wentworth und Lawson.
In der Zeit von 1824 bis 1836 wurden Brisbane Perth, Melbourne und Adelaide gründet.
1851 fand man Gold in Victoria und New South Wales. Diese Funde lösten einen wahren “Goldrush”aus und manche dieser Siedlungen sind heute Geisterstädte.
1860 durchquerten die ersten Europäer John McDouall Robert O'Hara Burke und William Wills den Kontinent von Süd nach Nord. Auf dem Rückweg vom Gulf of Carpentaria nach Melbourne kamen sie ums Leben.
1862 durchquerte John McDouall Stuart als erster lebend den Kontinent von Süd nach Nord. Edward John Eyre, ein Erforscher des Landesinneren, durchquerte den Kontinent auf einer fast 1.600 km langen Reise von Streaky Bay in Südaustralien bis Albany in Westaustralien. Hamilton Hume entdeckte die Route durch die Great Dividing Range zu den fruchtbaren Ebenen von Goulburn und Yass (NSW). Ludwig Leichhardt erforschte das Landesinnere von Brisbane (Queensland) nach Port Essington im Nordterritorium.
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Eigener Staat
Am 1. Januar 1901 erklärte Gouverneur Lord Hopetoun bei einer feierlichen Zeremonie im Centennial Park in Sydney Australien zum "Federal Commonwealth of Australia" und damit die Gründung des "Australischen Bundes" aus den britischen Kolonien New South Wales, Victoria, Queensland, Western Australia, South Australia und Tasmanien.
Rivalitäten und regionaler Patriotismus ließen die Föderation zuvor fast unmöglich erscheinen, doch den Bemühungen des fünfmaligen Premierministers von New South Wales Sir Henry Parkes ist es zu verdanken, daß Australien zu einem föderativen Staat wurde.
Die an den Vorbildern USA und Großbritannien orientierte Verfassung war für die Zeit außergewöhnlich liberal und beinhaltete u.a. das Wahlrecht für Frauen, jedoch keinerlei Rechte für die Aborigines. Offizielles Staatsoberhaupt der parlamentarischen Monarchie (Zwei-Kammer-Parlament) war weiterhin die britische Königin Victoria. Die britische Krone wurde durch einen von ihr ernannten Generalgouverneur vertreten. Melbourne wurde die Hauptstadt. 3,7 Mio. Einwohner Australiens wählten das erste Parlament. Edmund Barton wurde der erste Premierminister.
Am 26. September 1907 erhielt der australische Bund den Dominionstatus, was der nahezu vollständigen Unabhängigkeit von Großbritannien gleichzusetzen ist.
1908 wurden in Australien die Mindestlöhne eingeführt und Andrew Fisher von der Liberal Party wurde Premierminister.
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Erster Weltkrieg 1914-1918
1914 Großbritannien erklärte Deutschland den Krieg - somit befand sich Australien automatisch auch im Kriegszustand. Australische Truppen besetzten die deutschen Kolonien Neuguinea, Samoa und das Bismarckarchipel im Pazifik. Teilweise wurden sie auch an die vorderasiatischen und europäischen Kriegsschauplätze verschifft. Insgesamt nahmen fast 350.000 (!!), ausschließlich freiwillige, Australier am Krieg teil.
Die Schlacht bei Gallipoli (Türkei) am 25.4.1915 wird für die australisch-neuseeländischen Truppen zum Waterloo mit hohen Verlusten. Der Tag ist seitdem Nationalfeiertag - ANZAC-Day (ANZAC – Australian New Zealand Army Corps). Australien verzeichnete 60.000 Gefallene und fast 170.000 Verwundete.
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Zwischenkriegszeit
1921 erhielt Australien vom Völkerbund die einstigen deutschen Kolonien Nordost-Neuguinea, Bismarckarchipel, die westlichen Salomonen und Nauru als Mandatsgebiete zugeteilt.
1927 wurde Canberra - seit 12. März 1913 offizielle Hauptstadt - zum tatsächlichen Regierungssitz, da man sich weder für Sydney noch Melbourne entscheiden konnte. In Cloncurry, einer kleinen Stadt im Outback Queenslands, gründete Reverend John Flynn den Royal Flying Doctor Service.
Die Weltwirtschaftskrise traf Australien und ließ die Arbeitslosenquote auf 25% empor- schnellen. Zum ersten Mal ist die Zahl der Auswanderer höher als die der Einwanderer.
Die Eisenbahn erreichte Alice Springs. Erstmals fuhr der Ghan ins rote Zentrum und ermöglichte die Erschließung von Zentralaustralien. (Lastkamele transportierten das für den Bau der Eisenbahn notwendige Material und die Kameltreiber stammten größtenteils aus Afghanistan. Die Liebe der Australier zu Abkürzungen gab der Bahn ihren Namen)
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Zweiter Weltkrieg 1938-1945
Nach wie vor war Australien mit Großbritannien eng verbunden. Die allgemeine Wehrpflicht und das Militärbündnis mit den Briten führte wieder viele Australier in den Krieg - ans Mittelmeer und nach Nordafrika.
Der Angriff Japans auf Darwin brachte den 2. Weltkrieg ins eigene Land. Die Küste um Sydney war immer wieder Ziel japanischer Bomber.
Am Ende des 2. Weltkrieges wurde Joseph Benedict Chifley (Labour Party) neuer australischer Regierungschef und eine neue Einwanderungspolitik und brachte bis 1949 rund 500.000, meist europäische Einwanderer, ins Land.
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1950 bis heute
Das 1951 geschlossene Verteidigungsbündnis ANZUS zwischen Australien, Neuseeland und der USA resultierte in der Kriegsbeteiligungen in Korea (bis 1953) und in Vietnam (1967 - 1969).
Zwischen 1950 und 1970 ließen sich rund 2,5 Millionen Menschen in Australien nieder, darunter ab 1966 auch einige Hunderttausend Asiaten, denen bis dahin die Einwanderung aufgrund der "White Australia"-Politik verwehrt war.
1956 fanden die XVI. Olympischen Sommerspiele in Melbourne statt und Australien wurde erstmals Ziel für viele Touristen.
1960 wurden die Aborigines australische Bürger und 2 Jahre später erhielten sie das Wahlrecht. Erst 1967 hatten sie alle Bürgerrechte. Zuständig für alle Angelegenheiten der Ureinwohner ist jetzt die Bundesregierung in Canberra.
1966 wurde das Britische Pfund durch die neue Landeswährung, Australischen Dollar, abgelöst
Am 17.12.1967 verschwand der Premierminister Harold Holt beim Schwimmen in Cheviot Beach in der Nähe von Portsea in Victoria, er tauchte nie wieder auf.
1970 übertrug Victoria als erster Bundesstaat Grundbesitz an die Ureinwohner.
1971 fand die Gründung des "Südpazifik-Forums" - als Basis zur engen wirtschaftlichen und politischen Zusammenarbeit in der Region statt.
1975 forderte die Opposition aufgrund einer Korruptionsaffäre in der Bundesregierung deren Rücktritt und wollte Neuwahlen erzwingen. Premier Edward Gough Whitlam (Labour) lehnte ab und die Opposition blockierte im Senat den Haushalt. Der britische Generalgouverneur enthob Whitlam des Amtes (eine juristisch äußerst umstrittene Aktion) und ernannte Malcolm Fraser (Liberal Party) zum neuen australischen Regierungschef. Malcolm Fraser gewann im Dezember dann auch die Neuwahlen.
1977 wurden die Landrechte der Aborigines im Northern Territory anerkannt und 1985 gab man den Uluru Kata Tjuta Nationalpark an die Anangu Aborigines zurück.
1986 wurden die letzten Vollmachten für ein Eingreifen Großbritanniens in innere Angelegenheiten Australiens im "Australian Act" abgeschafft.
1989 erhielten die Aborigines im Northern Territory Selbstverwaltungsrechte und 1990 wählten die verschiedenen Aborigines-Stämme erstmals Vertreter für die "Aborigines and Torres Strait Islander Comission" (ATSIC) als Regierungsvertretung der australischen Urbevölkerung.
1992 wurden die Landrechte der Aborigines anerkannt, nachdem zuvor offiziell das Land vor Ankunft der europäischen Siedler als "Terra Nullis" galt.
Eine Wirtschaftskrise schnellte die Arbeitslosenrate auf über 11 % (die höchste seit den 30iger Jahren). Verantwortlich für diese Rezession waren Rückgänge im Bergbau und ein extrem niedriges Preisniveau für Rind- und Schaffleisch. Die Einwanderungsquote wurde um fast 30 % auf jährlich 80.000.gekürzt.
Im Januar 1994 herrschte die grösste Dürre seit 200 Jahren und verursachte Schäden von über zwei Milliarden Australischen Dollars.
Buschfeuer vernichteten im Großraum Sydney über eine Million Hektar Wald und unzählige Häuser. Mehr als 1.000 Menschen wurden obdachlos und viele kamen in den Flammen ums Leben.
Im Mai desselben Jahres kam es auf der seit 1953 zu Australien gehörenden Weihnachtsinsel im Indischen Ozean zu Unruhen. 80 Prozent der Wahlberechtigten stimmten in einem Referendum für eine eigene Regierung.
Im September 1994 wurde John Newman (Labour Party) in Sydney ermordet. Er hatte sich für ein härteres Vorgehen gegen die organisierte Kriminalität (Asiaten-Mafia) ausgesprochen.
Im Dezember desselben Jahres fiel die Regierungsentscheidung, die den Aborigines Entschädigungszahlungen von rund 14 Millionen AU$ für die zwischen 1953 und 1963 von den Briten in der südaustralischen Wüste durchgeführten Atomtests zusicherte.
Am 29. April 1996 kam es zu einem der größten Massaker in Australien: Im tasmanischen Port Arthur tötete ein 28-jähriger Amokläufer 35 Menschen.
1999 entschied sich die Mehrheit der Australier bei einer Volkabstimmung wider Erwarten für die Beibehaltung der Monarchie.
Das Jahr 2000 brachte die Olympischen Sommerspiele nach Sydney. Diese Spiele waren übrigens die ersten Sommerspiele, die im Winter stattfanden.
Im Dezember 2002 und in den ersten Monaten 2003 verwüsteten die schlimmsten Waldbrände der neueren australischen Geschichte das Land. Die Dürre, die die von 1994 bei weitem übertrifft, macht den Menschen und auch der Land- und Forstwirtschaft bis heute große Sorgen.
Im Jahre 2004 wurde die letzte große Lücke der Eisenbahnverbindung von Süden nach Norden geschlossen: Der Schienstrang reicht nun bis Darwin. Der „Neue“ Ghan verbindet nun auch das rote Zentrum mit dem grünen Top End.
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