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Aborigines

Aborigines

Allgemein

Die ersten Menschen, die auf den Kontinent einwanderten, waren die Ureinwohner, auch Aborigines (lat. "ab origine" = "von Beginn an") genannt. Die allgemeinen Bezeichnungen "Aboriginal" oder "Aborigine" stammen von den Europäern und werden von den Ureinwohnern nicht benutzt.

In Australien trifft man vermehrt auf die Bezeichnung "Indigenous People". Die einzelnen Clans und Stämme geben sich Namen wie "Yolngu" (Norden), "Murri" (Osten), "Koori" (Südosten), "Nanga" (Süden), "Nyungar" (Südwesten), "Wonghi" (Westen) und viele andere.
Die Aborigines hatten schon lange bevor der weiße Mann das Land entdeckte, eine eigene Kultur und Sprachen entwickelt und ihr Leben war hervorragend an die Erfordernisse des Landes angepasst. Ihre soziale Ordnung war gut entwickelt und ihre Fähigkeiten und Naturkenntnisse verblüffen noch heute.

Bis vor mehr als 250 Jahren war den Europäern die Existenz dieser Naturvölker unbekannt und die "Terra Australis", der vermutete Südkontinent, noch nicht entdeckt. Bis zu dieser Zeit konnten die Aborigines ungestört mit der Natur in Einklang leben und eine komplexe Kultur einwickeln.
Doch nach der Beanspruchung der "Terra nullis" (Man nahm an, dass es von keinem Volk bewohnt wurde) durch die Europäer bestand für die Aborigines die Gefahr der Ausrottung oder der vollständigen Anpassung, die der Weiße Mann vorantrieb. Mit dem Untergang zahlreicher Stämme ging auch ein Großteil ihrer Kultur und ihres Wissen unwiederbringbar verloren und damit auch das Identitätsbewusstsein und der Lebenswille Vieler.

Obwohl sich heute die Verhältnisse gebessert haben, ist das Volk der Aborigines eine immer noch benachteilige Minderheit in ihrem eigenen Land.

Aborigines Heute

Der Reisende, der Kontakt zur Urbevölkerung sucht, wird meistens enttäuscht. Sie wollen in Ruhe gelassen werden und Kontakte beschränken sich auf zufällige Begegnungen. Allein auf Reisen oder Ausflügen, die von Aborigines geführt werden oder in deren Stammesgebiete führen, ist eine intensivere Zusammenkunft möglich.
Beim Gedanken an die Zukunft kommen Zweifel auf, denn die Existenzschwierigkeiten der Aborigines nehmen immer bedrohlichere Ausmaße an. Arbeitslosigkeit und Alkoholmissbrauch sind weit verbreitet. Bis in die Achtziger Jahre versuchte die Regierung die Ureinwohner zu assimilieren und die Gebräuche und Gewohnheiten denen der weißen Bevölkerung anzupassen. Die weißen Eroberer hatten nie darüber nachgedacht, ob es außer der Unterwerfung noch andere Formen des Zusammenlebens gibt. Die Vergehen der Vergangenheit rächen sich heute, wenn es darum geht, alte Traditionen und den Stolz einer alten Kultur wieder aufleben zu lassen.

Die meisten Australier vertreten eine zunehmend liberale Haltung gegenüber den Aborigines. Besonders unter der jungen Bevölkerung herrscht breite Akzeptanz - sogar ein gewisser Stolz auf die uralte Kultur der Aborigines. 
In einer eindrucksvollen Rede erkannte Premier Keating zum Jahr der Ureinwohner 1993 (Year of the Indiginous People) die Benachteiligung der Aborigines an - ein wichtiger Schritt zum Verständnis zwischen den Völkern.
Im Jahr 2000 gab es mehrere Protestmärsche mit bis zu einer halben Million Teilnehmern für die Rechte der Aborigines, sie spiegeln das geänderte Rechtsbewusstsein der weißen Australier wieder.

Leider gibt es aber auch in Australien noch immer eine Minderheit, die die grundverschiedene Lebensweise der Urbevölkerung nicht anerkennen will. Gelder, die in Aborigines-Gemeinden fließen (viele sprechen von Guilt Money - Geld zur Wiedergutmachung), werden als zu hoch und ungerechtfertigt betrachtet. Dabei wird oft vergessen, dass vieles von dem, was über
40.000 Jahre gewachsen ist, in nur 200 Jahren zerstört wurde - eine Tatsache die nicht ohne Folgen bleiben kann.
Gegen die, ihrer Meinung nach ungerechte Behandlung, setzen sich Teile der Ureinwohner mit Recht zur Wehr. So werden alljährlich am Australia Day Aktionen und Protestkundgebungen veranstaltet. So wurden z.B. 1992 das alte Parlamentsgebäude in Canberra besetzt und die Aborigines-Flagge (Schwarz-Rot mit gelber Sonne) gehisst.
Flag Aborigines

Die Bedeutung der Aborigines-Flagge

Rot sind die Mutter Erde und der Ocker, der für Zeremonien benutzt wird. Gelb ist die Sonne, die beständig Leben gibt und erneuert. Schwarz ist die Traumzeit, in der alles entstanden ist.
Zusammen symbolisieren diese Farben die Grundlage des Lebenskreises der Aborigines.
Der Aboriginal Lands Right Act.

Mit dem 1976 erlassenen Gesetz wurden den Ureinwohnern wichtige Stammesterritorien zurückgegeben. Beispiele wie das Arnhemland im Northern Territory beweisen, dass eine Selbstverwaltung sehr wohl funktioniert.

Kunst

In der Kunstwelt erzielen Aborigines-Künstler mit ihren traditionellen Gemälden und ihrem Kunsthandwerk beachtliche Erfolge. Tanz- und Musikgruppen, Schriftsteller und Maler sich zum Sprachrohr der Aborigines geworden. So trat z.B. die populäre Rockgruppe Yothu Yindi mit ihrem Hit "Treaty" für den geforderten Selbstbestimmungsvertrag ein und sorgte für weltweite Publicity. Die Gemälde und Zeichnungen der Aborigines haben sich in den Galerien der Welt längst ihren Platz erkämpft und sind begehrte und wertvolle Sammlerobjekte geworden. Die Muster erscheinen auch auf Stoffen und Kleidungsstücken. Die urzeitliche Kunst ist über das Stadium der bloßen Modeerscheinung längst weit hinaus gewachsen.

Aborigine Bild

 


In Alice Springs haben Sie Gelegenheit Galerien zu besuchen und Kunstwerke zu erwerben. Sie werden in der Galerie transportsicher verpackt und an Ihre Adresse gesandt.

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